Historiolog - und Bibliolog

 

Seit 2014 bin ich begeisterter Bibliologe - und wende diese Methode so oft an, wie es geht!

 

Bald darauf habe ich begonnen, diese Methode auch auf die Kirchengeschichtsdidaktik anzuwenden, mit der Fragestellung: Wie können kirchengeschichtliche Themen in Religionsunterricht, Konfirmandenarbeit, aber auch in der Erwachsenenbildung so behandelt werden, dass die Gegenwartsrelevanz deutlich und Kompetenzorientierung beachtet wird - und dass es allen Beteiligten möglichst viel Spaß macht?

 

Hier zunächst eine kurze Einführung in diese Methode, die der jüdische Psychodramatiker und Literaturwissenschaftler Peter Pitzele gemeinsam mit seiner Frau Susan in den Vereinigten Staaten entwickelt hat, um Gefühle und Gedanken der Beteiligten zur Sprache zu bringen, über die die Bibel schweigt. Dazu weist ein Bibliologe bzw. eine Bibliologin den Teilnehmenden nacheinander verschiedene Rollen von Personen (oder auch Dingen) aus einem Text zu.'

 

Die Methode des Bibliologs übertrage ich auf kirchenhistorische Quellen und nenne dies „Historiolog". Hier ein paar kurze Hinweise zu Vorbereitung und Durchführung:

 

• Der Historiolog funktioniert mit Reden, Predigten, Ansprachen, Briefen,Rechtstexten, erzählenden Originaltexten u.v.m. Manchmal muss der Historiologe eine historische Situation konstruieren, in der die Quelle rezipiert wurde bzw. hätte rezipiert werden können.

 

• Für die Fassung der Quelle ist entscheidend, dass die Zielgruppe sie versteht; eine schriftliche Fassung für die Teilnehmenden kann an verschiedenen Stellen helfen. Quellenausgaben in modernisierter Form sind zu empfehlen.

 

• Bei der Auswahl der Rollen kann man auf den unmittelbaren historischen Kontext zurückgreifen.

 

Nach der Durchführung einer ganzen Reihe von Historiologen kann ich sagen: Die Methode macht Lust, sich mit kirchen- wie lebensgeschichtlich besonders relevanten Quellen intensiv und nachhaltig zu beschäftigen.

 

Hier geht es zu meinen Publikationen zum Thema.